Nie wieder „Du kommst hier nicht rein!“ – So kommt man am Türsteher vorbei

freundlicher Türsteher heißt einen willkommenHi Männer! Dieser Türsteher Guide richtet sich an alle, die manchmal nicht in einen Club reinkommen und überhaupt keine Ahnung haben, wieso „heute nur für Freunde offen“ oder jetzt „gerade n bisschen zu voll“ ist. Ich habe mit drei langjährigen Türstehern von 3 verschiedenen Münchner Clubs gesprochen und möchte ein paar Tipps an Euch weiterreichen.

Gründe für Abweisung an der Tür

Zuerst möchte ich die möglichen Gründe nennen, warum Türsteher nein zu Dir sagen könnten. Dass es an den falschen Schuhen liegen kann, oder einem unüblich hohen Alkoholpegel, den man Dir schon ansieht, brauche ich ja wohl nicht aufzählen. Vielmehr zeige ich mögliche Gründe auf, auf die man als Nichttürsteher auch nicht immer gleich kommt.

(Foto: CC-BY Hanumann @flickr)

  • Du bist schon einmal aufgefallen.
  • Deine Freunde sind schon einmal aufgefallen.
  • Du siehst jemandem ähnlich, der schon einmal aufgefallen ist. 😉
  • Es ist wirklich gerade zu voll im Club.
  • Es ist schon spät und der Club soll sich langsam leeren. Neue Gäste sind da natürlich schlecht.
  • Aus irgendeinem Grund sind die Türsteher heute unterbesetzt und möchten durch weniger männliche Gäste verhindern, die Kontrolle zu verlieren.
  • Der Frauenanteil ist wirklich zu niedrig, an diesem Abend.
  • Der Chef hat Anweisungen gegeben gerade niemanden rein zu lassen. Warum? Das kann viele Gründe haben. Kennst Du doch, was Chefs manchmal so alles einfällt. 😉 Vielleicht hat er gerade erfahren, dass eine Polizeiroutinekontrolle in den Nachbarclubs ist. Falls die auch noch zu ihm kommen, will er, dass nicht zu viele Risikopotentiale anwesend sind, also weniger Leute, weniger Ärger.

Ich hoffe, die Liste ist logisch für Dich. Wenn Du einmal wieder nicht reinkommst, beruhige Dich mit dem Gedanken, dass es vielleicht gar nicht an Dir liegt!

Tipps, wie Du in eine Disco oder einen Club kommst

So und nun Ärmel hochgekrempelt und auf den Clubbesuch vorbereitet! Mit dieser Checkliste steigerst Du Deine Chancen in jeden Club zu kommen immens. Fangen wir zur Auflockerung mit einem Video an.

Gut aufgepasst? Na dann jetzt nur noch rudimentäres Beiwerk, das im Lehrvideo keinen Platz mehr fand:

  • Unterscheide Dich optisch nicht zu sehr vom üblichen Publikum. Heißt, kleide Dich ähnlich leger oder eben ähnlich edel, wie die Typen, die da jedes Wochenende hingehen.
  • Komm in sauberen Sachen und achte auch im Gesicht (Bart?) und bei der Frisur auf einen gepflegten Stil. Jeder soll sich im Club wohl fühlen, oder sogar elitär „weil es einer der besten Clubs der Stadt ist“. Fühlen sich die Leute im Club nicht wohl, geben sie kein Geld aus. Der Türsteher bestimmt die Wohlfühl-und-Geldausgeben-Atmosphäre, indem er nur Leute reinlässt, die dieses ansprechende, saubere Bild vermitteln.
  • Kein übertriebener Alkoholkonsum vorm Clubbesuch. Du gehst nicht ins Stadion, also lass Deine Fahne zuhause. Und glasige Augen könnten ebenfalls missverstanden werden. Kein Clubbesitzer will Besoffene in seinen Partyhallen und Ärger mit der Polizei, weil Du zugekokst Frauen belästigt hast, will er auch nicht.
  • Schau Dir die Leute vorm Club an. Die Raucher, die Schlange, die Leute an der Kasse. In welcher Stimmung sind die gerade, wie verhalten sie sich beim Reingehen? Pass Deinen Rhythmus an und werde ruhig, wenn es alle sind oder grinse zufrieden und mach Spaß mit Deinen Freunden oder sprich locker mit Leuten um Dich herum, wenn die Menge insgesamt ausgelassen und laut ist.
  • Wenn Du eine Jacke trägst, mach sie kurz vorm Türsteher auf. Geschlossene Jacken vermitteln immer einen winterlichen Eindruck. Außerdem muss der Türsteher sehen, was Du obenrum trägst, um einschätzen zu können, ob er Dich mit dem England-Trikot reinlassen will, oder Du lieber im Hemd wiederkommen solltest. Gilt auch für Mütze, Schal und Handschuhe. Verstau die kurz vor der Tür. Das erspart Dir und allen anderen lange Schlangen an der Garderobe und Du drückst damit aus, dass Du Dir sicher bist, dass Du gleich eh in den Club kommst. Diese innere Einstellung kann sich auf den Türsteher übertragen. Zusätzlich siehst Du dann nicht so aus, als würdest Du gleich nen Raubüberfall starten.
  • Drängler stellen sich wieder hinten an. Wenn Türsteher die Leute vor Dir reinlassen, solltest Du durch einen ruhigen Stand und Augenkontakt zu verstehen geben, dass Du weißt, dass er der Chef ist und Dich seperat „behandeln“ wird.  Nicht hintennachrennen. So riskierst Du nur ein „Halt, gehörst Du da dazu? Nein, dann warte bis ich Dich reinlasse!“. Schonmal gehört? Es hat auch einen psychologischen Pluspunkt, wenn Du wartest, bis er Dich persönlich hereinbittet. Du bleibst ihm im Gedächtnis als jemand, der mutig genug ist, sich unter die Lupe nehmen zu lassen. Auch zeigst Du damit Höflichkeit, was für die Security heißt, dass Du auch drinnen nicht Stress an der Bar machen wirst, weil Du zu lange warten musst.
  • Zum eben genannten Punkt gehört auch, dass Du den Türsteher wahrnehmen solltest. Also, wenn Du bei ihm ankommst, dann sag hallo und renn nicht einfach alles um Dich ignorierend an ihm vorbei, nur weil Du glaubst, es ist besser übersehen zu werden, als Dich (aus-)mustern zu lassen. Wenn Du mit Freunden oder anderen aus der Schlange im Gespräch bist, gilt das übrigens auch. Nicht wie ein Fischschwarm vorbeihuschen.
  • Wenn Du vorhast, öfter in den Club zu gehen, dann red doch mal ein bisschen mit dem Türsteher. Ihr müsst keine Freunde werden und am Wochenende zusammen in ein Romantikhotel, aber hey, es schadet doch nicht, sich beim nächsten Abend wiederzuerkennen! Zum Beispiel kannst Du später mal raus zu ihm, wenn wenig los ist und ihm sagen, dass es Dir heute gut gefällt. Du bist zum ersten Mal hier oder Du kommst unregelmäßig…. wenn er nicht quatschen will, dann ist das nicht schlimm. Dass Du ihn wahrnimmst und mutig bist, reicht völlig, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Wenn Ihr Euch gut versteht, frag ihn, ob Du ihm was zu Trinken rausholen kannst.
  • Bonus mit Nachhaltigkeit: Kennst Du den Türsteher so vom ein, zweimal Sehen, dann denk mal drüber nach, ob diese Aktion Deinem Image gut tun könnte: Du kannst auch mal so am Club vorbeigehen, wenn Du eigentlich gar nicht rein möchtest und hallo sagen. Bring den Türstehern heißen Kaffee mit. Kostet nur €1,00 Euro aber wird denen gut tun und sie freuen. Das ist auch kein Schleimen, wenn Du’s gut verkaufst. Sag, Du hast Dich letztes Mal so gut amüsiert im Club, da wolltest Du Dich einfach revangieren. Oder dass Du Dir gedacht hast, die freuen sich halt und fertig. Komm aber nicht mit Geschenken an, wenn Du an dem Abend auch rein willst. Das wirkt wie Bestechung. Es soll aber wie eine aufmerksame aber uneigennützige Geste wirken, wenn Du sowas machst.
  • Nicht diskutieren! Ich habe noch NIE gehört, dass jemand reingekommen wäre, weil er ein „Nein“ nicht akzeptiert und dann rumgeflennt und argumentiert hat. Du? Wenn Zeit ist und der Türsteher aussieht, als würde er eine ernstgemeinte Antwort geben, dann frag, was Du machen könntest, damit’s nächstes Mal ein Ja wird. Ich habe bei sowas mal gehört, dass ich dann früher kommen müsste, oder n paar Mädels dabei haben sollte. Das hat mir geholfen. Bin beim nächsten Mal zwar nicht früher, aber mit ner Freundin hin und der Schuppen hat sich zwar nicht gelohnt, aber ich war drin. 😉 Aber achte darauf, wie Du fragst. Nicht so gut kommt „Hey warum nicht? Was hast Du für ein Problem?“.
  • Wenn Du allein oder nur mit Jungs da bist und es sind gutaussehende Mädels in der Schlange, komm/t locker mit denen ins Gespräch, und quatsch/t smalltalk oder so bis Ihr beim Türsteher seid. Ist wirklich so, dass man mit hübschen Mädels leichter in „bessere“ Clubs kommt.
  • Halte die Clubumgebung sauber. Wenn Du mit einem Wegbier ankommst, stell es weit weg vom Clubeingang ab. Am besten bei ner Mülltonne, oder wo, wo es dem Türsteher nicht auffällt. Wirf Deine Kippe nicht auf den roten Teppich und verdammt nochmal spuck nicht auf den Boden!
  • Wirke sympathisch. Egal wie lange die Schlange ist, oder ob jemand vor Dir furzt oder hinter Dir drängelt. Bleib Herr der Lage, lächle ein bisschen und wirke wie jemand, der sich auf den Club freut und sich amüsieren will.
  • Und der wichtigste Punkt: Wirke immer wie jemand, der atmet wann er möchte.

So, das war mein Guide fürs lässige in die Disco kommen. Ich würde mich über Kommentare freuen, vielleicht Ergänzungen oder Kritik zum Video. 😉 Na dann schönen Feierabend später und ein erfolgreiches Partywochenende!

Benjamin könnte töten für zweifingerdicke, gut marmorierte Steaks und rauchige Grillsoßen, alte Amischlitten und einen Platz in der ersten Reihe bei der Bikinitrampolin-WM. Er schreibt bei Men's Choice über alles, was ihm an dieser Männerwelt so gefällt und legt dabei oft den Fokus auf Gadgets und Nerdiges.

Pinterest
EmailEmail