Fünf Golfplätze die Euch töten können – Teil 1/2

Das einzige, das langweiliger ist als Golf, ist eine dampfende Schüssel voll braunem Vollkornreis, und sogar das ist eine knappe Entscheidung. In den letzten Jahren haben wir gelernt, dass es zwei Möglichkeiten gibt, Golf interessant zu machen. Die erste sind Lichtschwert-Golfschläger, die zweite Möglichkeit ist, es ein paar mörderische Golfplätze ins Spiel zu integrieren. Da Lichtschwerttechnologie nach konservativen Schätzungen frühestens in sechs Jahren entwickelt werden wird, geht es in dieser Liste um die zweite Möglichkeit.

#5: Abschlag im Minenfeld (Camp Bonifas)

Die Zeitschrift Sports Illustrated nannte Camp Bonifas den gefährlichsten Golfplatz der Welt, und da meine eigene Sportreputation sich auf Biertrinken am Basketballplatz, Biertrinken am Kickertisch und Biertrinken Allgemein beschränkt, müssen wir beide jetzt einfach darauf vertrauen, dass Sports Illustrated recht hat. Die haben den Begriff „Sport“ in ihrem Namen!

Was macht diesen Golfplatz nun so tödlich? Zu aller erst: Der Kurs ist eingepfercht zwischen einer US-amerikanischen und einer südkoreanischen Militärbasis, in der koreanischen demilitarisierten Zone (militärischpolitische Version von Disneyland).

Die demilitarisierte Zone in Südkorea

militärischpolitisches Disneyland: Die demilitarisierte Zone in Südkorea (Foto: wil6ka)

Er liegt in einem kleinen Dorf, das sich mitten zwischen Nord- und Süd Korea befindet – zwei Nachbarn, von denen man weiß, dass sie sich nicht sonderlich gut verstehen. Obwohl der Koreakrieg lange vorbei ist, berichtet die Washington Post, dass die Südkoreaner seit Generationen „in der sehr realen Gefahr einer weiteren nordkoreanischen Invasion leben“. Entsprechend ist die Atmosphäre auf Camp Bonifas, einem Ort der von einsatzbereiten Soldaten umstellt ist, verständlicherweise – äh – angespannt.

Staff Sgt. Meisenheimer beim Abschlag auf dem Golfplatz

Staff Sgt. Meisenheimer beim Abschlag (Bild: ESPN)

Doch das ist noch nicht einmal der gefährlichste Aspekt des Golfplatzes, ebenso wenig wie die MG-Nester oder der Stacheldraht, der den Kurs umgibt. Nein: Der Ein-Loch-Golfplatz liegt inmitten eines aktiven Minenfeldes!

Lokalität und Geschichte

Schild am Eingang von Camp Bonifas

Koreas Golfkurs Bonifas – Foto: concierge.com

Aber warum sollte man hier einen Golfplatz bauen, geschweige denn darauf spielen? Natürlich um die Nordkoreaner (traditionell ein zurückhaltender und gutmütiger Menschenschlag), zu ärgern. Das Camp war der Ausgangspunkt mehrerer Scharmützel seit den 1950er Jahren, und nachdem die Region demilitarisiert worden ist, baute man den Golfplatz und benannte ihn nach einem US-amerikanischen Soldaten, der in der Nähe in Ausübung seines Dienstes getötet worden war. Seitdem haben amerikanische und koreanische Soldaten, sowie Touristen, hier gespielt, um die Wut der nordkoreanischen Soldaten in Hörweite herauszufordern.

Man kann den Kurs noch nicht einmal erreichen, ohne eine Zone voller nordkoreanischer Soldaten zu passieren, die bewaffnet jede Bewegung der ankommenden Spieler beobachten. Besuchern wird geraten keinen Augenkontakt mit den Soldaten herzustellen, und jeder der seine Ferien auf diesem Golfplatz verbringen möchte ist gezwungen, eine Verzichtserklärung zu unterschreiben, die „ernsthafte Verletzungen oder Tod“ als eine explizite Gefahr der Reise in Betracht zieht (falls Ihr Euch noch immer unsicher seid, wo ihr dieses Jahr euren Urlaub verbringen sollt, möchte ich darauf hinweisen, dass ein Tod durch Landminen in Disneyland vergleichsweise selten droht, dort aber die Hotdogs €15 Euro kosten und mindestens genau so viele Asiaten anzutreffen sind).

Während es Euch sicher ohne Ende Spaß macht, Euer Leben vor wütenden nordkoreanischen Soldaten zu riskieren, um eurer wunderbaren, wunderbaren Freiheit Ausdruck zu verleihen, gibt es noch eine weitere reale Gefahr auf dem Golfplatz. Schläger, Bälle, Hüte und andere persönliche Gegenstände werden regelmäßig auf dem minenverseuchten Fairway verloren und können nicht ohne die Gefahr einer Explosion zurückgeholt werden. Und zumindest einmal wurde löste ein hier abgeschlagener Golfball tatsächlich eine Mine aus.

#4: Golf auf dem Vulkan (Mt. Merapi)

Diesen indonesischen Golfplatz dominiert der beeindruckende Blick auf ferne Felder, Wälder und Berge. Nein, eigentlich sind die Berge relativ nah, und manchmal kommt Rauch heraus. Und vielleicht Lava. Und falls die Erde zu beben beginnt könntet ihr gezwungen sein das Grün mitten im Spiel zu evakuieren. (Der Merapi Golfplatz liegt direkt neben einem aktiven Vulkan, falls das immer noch nicht klar ist.)

Der Vulkan, Mt. Merapi, ist keiner dieser „er wird nun jeden Tag explodieren“ Vulkane. Er ist eher einer von der Sorte: „oh mein Gott, er bricht schon wieder aus, rettet die Kinder“. Seit Mitte der neunziger Jahre ist der Vulkan dreimal ausgebrochen, zuletzt im Oktober 2010, als Asche und Lava mehr als 350 Menschen getötet haben. Warum zur Hölle sollte hier jemand golfen wollen?

Den Angaben der Webseite des Ressorts zufolge ist der Mount Merapi Golfplatz „ein landschaftliches Refugium für Golfer wie auch für Touristen. Am Hang eines der aktivsten Vulkane Indonesiens gelegenen ist er auch ein relativ kühler Rückzugsort auf einer Höhe von etwa 1000 Metern“. Menschen golfen hier, weil der Anblick der Landschaft wunderschön ist und aufgrund der geringen Temperaturen, obwohl sie wissen, dass Temperatur und Landschaft sich innerhalb von wenigen Minuten drastisch von „wundervoll und gemütlich“ zu „angsteinflößend und tödlich“ verändern können.

Obwohl der Golfplatz nur 5 Meilen vom Krater entfernt liegt wird hier aktiv Golf gespielt, mit Notfallwarnsystemen rund um den Platz, für den Fall eines weiteren großen Ausbruchs, der, bedenkt das, jederzeit geschehen könnte. Wenn die Menschheit irgendwann ausstirbt und Außerirdische die Erde erforschen, werden die geologischen Hinweise darauf, dass wir einen langweiligen, idiotischen Weiße-Leute-Sport unterhalb eines regelmäßig ausbrechenden Vulkans betrieben haben, wahrscheinlich zu intersellarem Ansehen führen – in Sachen tollkühner Dummheit.

#3: Nicht am Schläger lecken! (Uummannaq Golfplatz)

Auf dem Uummannaq Golfplatz in Grönland ist es nicht allein Kälte die euch umbringen wird, sondern die Unterkühlung. Seit 1997 die Heimat der Welt Schneegolf-Weltmeisterschaften, ist der Uummannaq (dt.: Umanak) Golfplatz als der nördlichst gelegene Golfplatz der Welt bekannt.

Wenn ihr bei eurem Golfspiel auf Abwechslung steht, werdet ihr den Uummannaq Golfplatz lieben (gerade bis zu dem Moment, da er euch töten wird). Der Platz verändert sich jedes Jahr, weil Schnee und Eis immer in Bewegung sind, denn der Kurs liegt auf einem verdammten Gletscher. Anstelle von weißen Bällen werden orange Bälle benutzt, weil man die im Schnee besser wiederfindet. Und niemand nutzt Schläger aus Grafit, da die Kälte diese brüchig machen würde. Und anstatt in Golfhemden und Kappen zu spielen, tragen die Golfer Skihosen und -Jacken. Achja! Und die Spieler rufen auch nicht „Fore!“. Sondern erfrieren ganz still.

Uummannaq Golfplatz Grönland

Uummannaq Golfplatz GrönlandBild von: greenland-guide.dk (klick für mehr Fotos)

Auf Uummannaq geht es weniger darum ein gutes Spiel abzuliefern als darum das schreckliche Spiel „frag mich nicht wie es steht, ich versuche nur nicht zu sterben“ zu überleben. Um gegen die Temperaturen zu bestehen, die – heilige Frostbeulen, Batman! – bis auf weniger als 30° Celsius unter Null fallen können, müssen die Spieler in Gruppen bleiben, gefütterte Kleidung tragen und ebenso wie in Bonifas eine Verzichtserklärung unterzeichnen, die den Betreiber von aller Verantwortung frei spricht, sollte ein Spieler sterben.


Es gäbe zwar genug Eisgolf Videos auf YouTube, aber ich habe diese schöne Reisediashow hier gewählt.
Ist visuell ansprechender, als frierende Männer in Anoraks.

Trotz aller Gefahren steigt die Beliebtheit des Schneegolf als Extremsport und bedient die Bedürfnisse jener kleinen demographischen Minderheit, die denkt: „klar, Golf ist ruhig und entspannend, aber ich finde es würde deutlich mehr Spaß machen wenn ich buchstäblich jeden Moment sterben könnte“. Spieler, die so perfekt die Balance zwischen Langeweile und Dummheit halten, dass sie davon überzeugt sind, dass ein Sport nur Spaß macht wenn er echte Gefahren beinhaltet.

Warum also nicht gleich in einem aktiven Gefängnis Golf spielen? Oder zwischen Löwen und Alligatoren? Und damit geht es in Teil 2/2 der tödlichsten Golfplätze weiter. Doch vorher schicke ich Euch noch auf eine kleine Sammlung kurioser Golf-Geschichten – interessant auch für Golf-NICHT-Fans: *klickundweg* (aber vorher diesen Artikel liken wenn Ihr ihn gut fandet UND natürlich den Feed abonnieren, damit Ihr Teil 2 nicht verpasst! 😀 )

Feed Abonnieren: Abonniere den Feed!

Benjamin könnte töten für zweifingerdicke, gut marmorierte Steaks und rauchige Grillsoßen, alte Amischlitten und einen Platz in der ersten Reihe bei der Bikinitrampolin-WM. Er schreibt bei Men's Choice über alles, was ihm an dieser Männerwelt so gefällt und legt dabei oft den Fokus auf Gadgets und Nerdiges.

Pinterest
EmailEmail