Fünf Golfplätze die Euch töten können – Teil 2/2

So, weiter geht’s mit den ersten beiden Plätzen in der Kategorie: Die gefährlichsten Golfplätze der Welt! In Teil 1/2 hatten wir Minenfelder, Eiswüsten und Vulkane. Jetzt steigern wir das ganze mit proaktiven Gefahren, wie aggressiven Häftlingen und hungrigen Raubtieren. Viel Spaß!

#2: Green hinter schwedischen Gardinen (Prison View Golfkurs)

Prison View Golfplatz Logo

Prison View: Pitchen im Kittchen

Der Golfplatz Prison View (dt.: Gefängnisblick) befindet sich nahe eines Hochsicherheitsgefängnisses (Überraschung!). Er liegt in Angola, Louisiana, und ist seit 2004 für die Öffentlichkeit zugänglich. Allerdings müssen die Spieler dafür nicht nur Gebühren entrichten, sondern auch der Durchleuchtung ihres Hintergrundes sowie der Möglichkeit einer Leibesvisitation als auch einer Durchsuchung des eigenen Autos zustimmen (auch die Gefahr hinterrücks mit einem an der Zellenwand scharf gewetzten Göffel abgestochen zu werden steht natürlich immer im Raum).

Einer der interessanteren Aspekte des Golfplatzes Prison View ist, dass der Platz nicht extra für Gefängnisinsassen erbaut wurde. Diese dürfen tatsächlichen den Platz nur betreten, um dort zu arbeiten. Nein: der Platz wurde eingerichtet um Mitarbeitern des Gefängnisses einen Wochenendaufenthalt zu versüßen, denn das Gefängnis hat einen so schlechten Ruf, dass die Arbeiter dort stärker motiviert werden müssen als es durch das Gehalt, das ihnen sowieso bezahlt wird, möglich ist. Heute ist der Golfplatz für Mitarbeiter sowie für alle Nichtgefangenen (die sich an einer Leibesvisitation kurz vor dem Abschlag nicht stören) geöffnet.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass, während das Pebble Beach Golfareal in Kalifornien (offizielle englische Seite) als Amerikas „Golfplatz No. 1“ bezeichnet wird, Prison View als „der blutigste Golfplatz der Vereinigten Staaten“ bekannt ist. Verständlicherweise wurden Spiele schon öfter aufgrund von Aufständen oder anderen Notfällen abgebrochen, aber was kann man von einem Golfplatz der „Gefängnisblick“ heißt auch anderes erwarten?

Angola Prison Rodeo Poster

Rodeo gibt’s da übrigens auch

Nur zur Erinnerung: man hat einen Golfplatz inmitten eines der gefährlichsten Gefängnisse der Vereinigten Staaten gebaut, dann sagt man zu den extrem gewalttätigen Insassen, es sei ihnen verboten jemals auf diesem Platz zu spielen.

Und dann ermutigt man eine ganze Menge reicher, verwöhnter, Golf liebender Draufgänger mit Ihren Frauen und sonstigen Begleiterinnen (die erfahrungsgemäß vergleichsweise recht jung und nett anzusehen sind) dort zu spielen, wann immer sie es möchten. Unter den Augen der Gefangenen. In ihrer Nähe. FAST schon im verkackten INNENHOF! Das ist, als eröffne man ein Steak-Restaurant in der Mitte eines Käfigs voll hungriger Löwen – oder eben als eröffne man einen Golfplatz in einem verdammten Gefängnis. Äh à propos hungrige Löwen…

#1: Nicht die Leoparden verärgern (Skukuza Golfplatz)

Abhängig von den Örtlichkeiten muss man sich auf vielen Golfplätzen damit auseinandersetzen, dass man manchmal durch Wildtiere in seiner Konzentration gestört wird. Auf vielen Golfplätzen begegnet man zum Beispiel beißenden Zecken, buddelnden Maulwürfen und kackenden Vögeln, und in Florida und South Carolina sind sogar Angriffe von Alligatoren auch nicht wirklich eine Seltenheit. Platzbesitzer und Golfspieler akzeptieren das als ein notwendiges Risiko und begegnen diesem so gut sie können, wie das Video zeigt:

Nun, der Skukuza Golfplatz ist die afrikanische Version davon, verstärkt um den Faktor ZWÖLF. In unmittelbarer Nähe des bekannten Kruger Nationalparks findet man überall Warnschilder aus diesem südafrikanischen Golfplatz über das gesamte Gelände verteilt. Die Schilder sind so ähnlich wie Alligatorenwarnhinweise, allerdings je nach Gemüt einen Tick Angst einflößender. Die Schilder lesen sich, als seien sie von jemandem auf der Flucht verfasst worden:

„Löwen, Elefanten, Leoparden, Nashörner und Büffel, laufen Sie nicht davon! … Wenn Sie davonlaufen wird das Tier denken, dass es stärker ist als Sie und wird Sie umso eher verfolgen!“

Löwenwarnschild im Skukuza Golfpark

Vorsicht am 10. Löwen.

Auf der Rückseite des Baumstammes kauert wohl häufiger mal jemand und flüstert mehr zu sich selbst so etwas wie „geh weg, geh weg, geh weg, geh weg, geh weg, geh weg, geh weg, …„.

1972 zur Entspannung für die Mitarbeiter des Nationalparks erbaut und später für das breite Publikum geöffnet, hat Skukuza bereits relative viele Todesopfer gefordert. Nilpferde und Leoparden haben bereits das ein oder andere Leben genommen. Um jetzt keinen Rufmord zu begehen, muss ich der Fairness halber erwähnen, dass Attacken auf Golfspieler eher selten vorkammen. Mitarbeiter des Golfplatzes haben dagegen schon in sehr vielen Fällen das Rentenalter nicht erreicht. Mal ganz zu schweigen von den UN-ZÄH-LI-GEN Angriffen von Tieren auf andere Tiere die manchmal mitten auf dem Fairway stattfinden!

Klar, dieser Golfplatz zieht die Golfer aufgrund seiner Schönheit und wegen der seltenen Tierwelt an. Die Spieler akzeptieren die Tatsache, dass sie jeder Zeit gezwungen sein könnten ihr Spiel zu unterbrechen und von einem Leoparden oder einem Nilpferd davon zu rennen, denn das ist eben das Leben das man leben muss, wenn man sich für den Lebensstil eines Wildlife Golfers kompletten Vollidioten entschieden hat. Man bekommt das, was man verdient, wenn man sich entscheidet, auf einem Golfplatz zu spielen, der in der Sprache der Einheimischen – ohne jede Ironie – nach einem der dortigen Seen, dem Paniksee benannt ist.

Leopard auf dem Golfplatz in Südafrika

Golfplatz UND Streichelzoo: „Lasst mal näher ran, Jungs, DAS will ich sehen!“
(Foto: Scot Spits)

Überall rund um den Paniksee warnen Schilder die Golfer vor den Krokodilen und Nilpferden die dort lässig abhängen. Und ja: Nilpferde sind wahrscheinlich die gefährlichsten Tiere auf dem Golfplatz. Die Mitarbeiter dort weisen sogar ständig darauf hin: „Wenn du da draußen bist. Und ein Nilpferd greift dich an. Dann hast du keine Chance.“ Ist ja logisch, wie soll man einen Nilpferdbiss überleben? Die haben Zähne wie Säbelzahntiger oder zumindest wie versteinerte Bananen! VERSTEINERTE BANANEN!!

Ein Tester des Platzes stellt sogar fest, dass Nilpferde berühmt dafür seien, keine Angst vor Menschen zu haben, „und insbesondere nicht vor Golfern“. Nilpferde haben einfach von niemandem Angst, aber vor allem nicht vor Golfern hier im Tiermonsterdestodes-Golfzoo. Der Tester fährt fort indem er aufzeigt, dass der Golfplatz bezüglich des Golfspielens gar nicht einmal so toll sei. Aber was dem 9-Loch Kurs an herausfordernden Löchern fehlt, macht er  durch die vielen Möglichkeiten zu Tode zu kommen wieder mehr als wett.

In diesem Sinne: Rein in den Anorak, 9er Eisen raus, Schrotflinte umgehängt, Göffel in die Tasche und raus auf die gefährlichsten Golfplätze der Welt.

Benjamin könnte töten für zweifingerdicke, gut marmorierte Steaks und rauchige Grillsoßen, alte Amischlitten und einen Platz in der ersten Reihe bei der Bikinitrampolin-WM. Er schreibt bei Men's Choice über alles, was ihm an dieser Männerwelt so gefällt und legt dabei oft den Fokus auf Gadgets und Nerdiges.

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