Kein Furzgeruch dank Aktivkohle: Schreibtischstühle aus der Zukunft

Jedes Jahr kürt die renommierte Fachzeitschrift „Science“ die spektakulärsten wissenschaftlichen Einsichten. Leider ließ sich mit den tollen Entdeckungen von 2012 auch wieder praktisch nicht viel anfangen: jede Menge atemberaubendes Grundlagenwissen zum Gähnen zu Genen, immer kleinere Elementarteilchen (2012 sogar das Gottesteilchen), und immer mehr Frühmenschen. Die Auswirkungen des neuen Wissens liegen weit in der Zukunft oder reichen zurück bis ein paar Millisekunden vor dem Urknall.

Japanischen Wissenschaftlern gelang es immerhin, Mäuse-Stammzellen in Eizellen zu verwandeln, so dass mit künstlichen Geschlechtszellen nun gesunder Nachwuchs zur Welt gebracht werden kann. Aber für Männer war wieder nichts dabei. Dabei gab es 2012 eigentlich eine Revolution für das männliche Wohlbefinden. Es geht um Furzgeruch. (Yes, endlich Fäkalhumor!)

Pupsen ist gesund

Success Kid Meme sagt "Endlich! Fäkalhumor" Die Untersuchungsergebnisse von britischen und dänischen Forschern aus ihren Forschungen zu unterdrückten Pupsen in Flugzeugen erschienen zum Jahresende im „New Zealand Medical Journal“ und haben es wohl zeitlich nicht mehr in die „Science-Hitliste“ geschafft. Dieser Studie zufolge wird die Flugzeugkabine als konzentriertes Mikroklima menschlicher Ausdünstungen durch nichts so stark dominiert wie durch einen Furz.

Gleichzeitig stellten die Forscher schwere gesundheitliche Risiken für den Einzelnen fest, der versucht, seine Umgebung geruchlich zu verschonen und das Biogas im Darm zu halten! Körperliche Unannehmlichkeiten, Aufblähungen, Verdauungsstörungen und Sodbrennen sind die Folge – von den psychischen Belastungen ganz zu schweigen. Unterdrückte Flatulenz, so der Fachbegriff, kann sogar die Fähigkeit von Piloten, eine Maschine zu lenken, beeinträchtigen. Dann lieber rauslassen – so der beängstigende Rat der Forscher, die aber allerdings auch eine Lösung parat haben.

Lösung #1: Fürze anzünden

Zündet man einen Furz an, also die Gase, verbrennen diese und es bleibt ein Geruch zurück, der weniger belästigt, als der von faulem Ei. Na gut, in Flugzeugen ist das wohl schwierig, da offenes Feuer weniger gern gesehen ist. Außerdem solltet Ihr das nur in der Nähe eines Wassereimers oder eines richtigen Feuerlöschers machen. Ich habe mir ein paar Fotos von fehlgeschlagenem Fart Lighting angesehen und wünsche die schmerzhaften Ergebnisse nicht meinen ärgsten Feinden – höchstens den Leuten, die immer im Club auf der Tanzfläche furzen. Oder in Aufzügen.

Furz anzünden

zschhhhBOOOOM (cc) by A Kingdom for a Donkey

Also versuchen wir Lösung Nr. 2, welche einen Tick wissenschaftlicher wirken mag.

Lösung #2: Aktivkohle im Sitzkissen

Aktivkohle ist hochporöser Kohlenstoff mit der Fähigkeit, Gase oder Flüssigkeiten zu absorbieren. Würde man sie in die Sitzfläche eines Flugzeugsessels oder eines Schreibtischstuhls füllen, könnte man Furzgeruch reduzieren oder ganz tilgen!

Bei einem komplett gefüllten Sitzkissen hätten die millimeterkleinen Kohlepartikel nämlich insgesamt eine Oberfläche von mehreren Quadratmetern, an der Inhaltsstoffe abgelagert und neutralisiert werden können. Das reicht aus für 2 Hefeweizen und eine Pfanne mit Bohnen und Speck.

alter zerschlissener Schreibtischstuhl im Wald

Natur pur: alter Bürostuhl zum Lüften in den Wald gestellt

Seele eines Furzes: Das sind Flatulenzen

Kurz eingeschoben: Was sind Flatulenzen, oder wie setzt sich eigentlich Furzgeruch chemisch zusammen? Interessiert Dich schon brennend, seit Du in der 3. Klasse in Deine Hand gefurzt und sie Deinem Banknachbarn vor Nase und Mund gepresst hast? Na dann aufgepasst, hier kommt Wissen!

Im Falle der Magenwinde handelt es sich um gasförmigen Schwefelwasserstoff, der durch den Verzehr von Eiweißstoffen im Magen entsteht. In der Reaktion mit Luft und Wasser bilden sich dann Schwefeldioxid, Schwefel und schweflige Säure – alles Substanzen, die mit einem ausgesprochen faulen Geruch einhergehen.

Große Mengen Furzluft nennt der Fachmann übrigens „Meteorismus“. Wikipedia sagt dazu: „Als Meteorismus oder Blähbauch wird eine übermäßige Ansammlung von Gas im Verdauungstrakt, meist Dickdarm oder Magen, selten in der freien Bauchhöhle, bezeichnet. Zu einem wesentlichen Abgang von Darmgasen kommt es dabei nicht.“

Wie funktioniert die Neutralisation von Gestank durch Aktivkohlefilter?

Wird jetzt also dieses ganze stinkende Schwefelzeug direkt in Aktivkohle eingeleitet wo es gebunden und gehalten wird, können sich die Gerüche nicht entfalten. Da es keine direktere Verbindung als Po und Sitz gibt, schlagen die Forscher vor, in alle Sitzoberflächen Aktivkohle einzuarbeiten und den Menschen so endlich zum gesunden Ausdünsten bei gleichzeitiger Wahrung des guten Geschmacks zu verhelfen. Flugzeug-, Auto-, Kino-, Theatersitze, Sofas, Sessel, Bürostühle, Barhocker – überall auf der Welt, wo gesessen wird, darf dann auch bedenkenlos und vor allem rücksichtslos gepupst werden.

Aktivkohle wird bereits zur Geruchsneutralisierung eingesetzt

Aktivkohle wird längst als Filterstoff gegen Rußpartikel, Feinstaub oder Schweißfüße eingesetzt. Der Erfolg ist also nachgewiesen. So werden Aktivkohlefiltersysteme bereits in Dunstabzugshauben oder Industrieanlagen verbaut und neutralisieren dort Gerüche. Die Herstellung ist übrigens kinderleicht und wer gerne mit Feuer spielt, kann sich daheim einen eigenen Filter bauen. Man muss lediglich Rohstoffe wie Torf, Holz, Braunkohle, Steinkohle oder Nussschalen verkohlen und dann 900 – 1.100 °C heißen Wasserdampf hinblasen. Cool! Wer dazu mehr wissen will, der kann bei wasser-wissen.de eine Zusammenfassung lesen. Ich bedanke mich bei Euch fürs Lesen und lüfte jetzt mal meinen Sessel ein bisschen. Morgen kommt übrigens ein Artikel über Anti-Furz-Unterhosen für Männer. Kein Witz. Abonniert den Feed und freut Euch mit mir auf dieses Highlight der Männer Funktionsmode!

Bildlizenz des Schreibtischstuhls: moorhenne  / pixelio.de

Benjamin könnte töten für zweifingerdicke, gut marmorierte Steaks und rauchige Grillsoßen, alte Amischlitten und einen Platz in der ersten Reihe bei der Bikinitrampolin-WM. Er schreibt bei Men's Choice über alles, was ihm an dieser Männerwelt so gefällt und legt dabei oft den Fokus auf Gadgets und Nerdiges.

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